MacNorris Logo

Digitalisierung im KMU: Rückstand, KI und was jetzt hilft.

Digitalisierung im KMU scheitert selten an Technologie. Warum Altsysteme, fehlende Kapaztäten und das Henne-Ei-Problem den Fortschritt bremsen und was wirklich hilft.

4 Min. Lesezeit·Robert CwicinskiFounder & Problemlöser; Spieler Nr #31

·

Digitalisierung KMU

Digitalisierung im KMU beschreibt die Einführung digitaler Prozesse, Tools und Technologien in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Viele KMUs stehen dabei vor ähnlichen Herausforderungen: gewachsene Strukturen, fehlende Kapaztäten und die Frage wie man anfängt ohne den laufenden Betrieb zu gefährden. KI macht das Thema nicht einfacher, es macht es dringlicher.

Digitalisierung ist kein neues Thema. Und trotzdem stehen viele KMUs heute noch am gleichen Punkt wie vor fünf Jahren. Nicht weil sie es nicht wollten. Sondern weil der Alltag nie aufgehört hat.

Und jetzt kommt KI obendrauf. Alle reden davon. Keiner weiß genau wo anfangen. Und wer das digitale Fundament noch nicht gebaut hat, merkt dass KI ohne dieses Fundament kaum funktioniert.

Bestandsaufnahme: Warum der Rückstand entsteht

Läuft doch

Das ist einer der häufigsten Sätze wenn man mit KMUs über Digitalisierung spricht. Und er stimmt sogar. Excel-Tabellen die eigentlich ganze Tools sein könnten, Altsysteme die seit Jahren ihren Dienst tun, Papierstapel die irgendwie immer abgearbeitet werden. Es funktioniert. Gerade so.

Das Problem: weil es funktioniert, besteht kein akuter Druck etwas zu ändern. Und genau diese gewachsenen Strukturen sind es, die einen später daran hindern die nächste Stufe zu erreichen. KI macht das nicht einfacher. Wer keine sauberen Daten hat, wer Prozesse nicht digital abbildet, wer Systeme nicht miteinander verbunden hat, für den ist KI erstmal eine weitere Baustelle statt eine Lösung.

Keine Kapazität

Das Tagesgeschäft läuft. Das ist eigentlich gut, denn es bedeutet es gibt Arbeit. Aber es bedeutet auch: niemand hat Zeit sich mit modernen Alternativen auseinanderzusetzen. Digitalisierung kostet Zeit, bevor sie Zeit spart. Und diese Zeit ist meistens nicht da.

Prozesse und Tools sind gleich alt

Das ist kein Vorwurf, das ist völlig normal. Systeme und die Prozesse dahinter wachsen gemeinsam. Wer seit 20 Jahren einen bestimmten Ablauf hat, hat auch seit 20 Jahren ein passendes Tool dazu. Das Problem entsteht wenn man einen veralteten Prozess digitalisieren will ohne den Prozess selbst in Frage zu stellen. Dann hat man am Ende den gleichen schlechten Prozess, nur schneller.

Das Henne-Ei-Problem

Man braucht Zeit um langfristig Zeit zu sparen. Aber die Zeit ist gerade nicht da. Das ist so skurril wie es klingt, und trotzdem die Realität in den meisten KMUs.

Dazu kommt: wer merkt dass intern das Know-how fehlt, denkt schnell an neue Mitarbeiter mit digitalem Hintergrund. Nur wollen genau diese Kandidaten meistens nicht in ein Umfeld kommen das noch auf Excel und manuelle Prozesse setzt. Der Rückstand macht es also schwerer den Rückstand aufzuholen.

Und überall jemanden einzustellen der frischen Wind bringt ist dann doch zu viel auf einmal. Eine Person pro Abteilung die digitale Themen vorantreibt, das funktioniert nur wenn die gesamte Organisation dahintersteht.

Chance oder Hype-Falle?

KI ist gerade überall. Und viele KMUs reagieren mit Abwarten. Was wenn man auf das falsche Pferd setzt? Was wenn die Investition nichts bringt? Was wenn man anfängt und es dann doch nicht funktioniert?

Das Abwarten fühlt sich sicherer an. Aber es ist die teuerste Entscheidung. Wer wartet bis alles klar ist, wartet meistens zu lang. Und wer versucht mit einem großen Wurf alles auf einmal zu lösen, scheitert meistens an der Komplexität.

Die Angst vor dem falschen Schritt hält mehr Unternehmen zurück als jedes technische Problem.

Was jetzt wirklich hilft

Einfach machen statt totplanen

Kein großes Digitalisierungsprojekt, keine monatelange Analyse, kein Strategiepapier. Stattdessen: wo ist der naheliegendste Schmerz? Was kostet täglich Stunden die es nicht kosten müsste? Dort anfangen. Erste spürbare Ergebnisse in wenigen Wochen, nicht in einem Jahr.

Prozess vor Software

Bevor ein neues Tool eingeführt wird, sollte die Frage gestellt werden: macht dieser Prozess überhaupt noch Sinn? Einen schlechten Prozess zu digitalisieren macht ihn nicht besser, nur schneller schlecht. Der Prozess selbst muss zuerst in Frage gestellt werden, dann kommt das Tool.

Kulturwandel ernst nehmen

Digitalisierung scheitert häufiger am Team als an der Technologie. Wenn Mitarbeiter nicht verstehen warum sich etwas ändert, wenn niemand erklärt was das für den einzelnen bedeutet, wenn Veränderung von oben verordnet statt gemeinsam entwickelt wird, dann hilft das beste Tool nichts. Kulturwandel braucht Zeit und muss früh beginnen.

Digitalisierung im KMU ist kein Sprint. Aber es ist auch kein Marathon der erst in drei Jahren beginnt.

Wer pragmatisch startet, den richtigen Schmerz zuerst angeht, und aufhört auf den perfekten Zeitpunkt zu warten, kommt weiter als jeder der plant und wartet.

Wenn ihr wissen wollt wo bei euch der naheliegendste erste Schritt ist, redet mit uns.

— Robert

Robert Cwicinski

Robert Cwicinski

Founder & Problemlöser; Spieler Nr #31

Berater, Macher, brutal ehrlich, Out-of-the-box-Thinker seit 2005. ADHS. Wenn etwas kaputt ist, will ich es reparieren. Zuerst aber will ich verstehen warum. Ohne das ist jede Lösung reine Glückssache.

Keine Agenda.

WENN DU GERADE NICKST, SOLLTEN WIR REDEN.

Wir führen gerne ehrliche Gespräche mit Menschen, die echte Probleme haben. Ob daraus was wird, ist erstmal egal. Wir haben jedenfalls keine Zeit, dich danach wochenlang mit Anrufen zu nerven ☺️.

Digitalisierung im KMU: Rückstand, KI und was jetzt hilft. | MacNorris