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Herausforderung

Vibe Coding: 80% Hype. 20% Fight.

LinkedIn, YouTube und Co. sind voll davon. In fünf Minuten eine App. In zwei Stunden ein komplettes Backend. Alles läuft, alles glänzt, alle sind begeistert. Was danach kommt zeigt niemand.


Die Realität

Was ist Vibe Coding?

Vibe Coding bezeichnet den Ansatz Software zu entwickeln indem man einer KI in natürlicher Sprache beschreibt was man bauen will, und der generierte Code direkt übernommen wird, ohne ihn vollständig zu verstehen. Werkzeuge wie Cursor, Claude oder GitHub Copilot machen das möglich. Das Tempo ist beeindruckend. Die ersten Ergebnisse kommen in Minuten.

Das 80/20-Prinzip gilt aber auch hier. Die ersten 80 Prozent sind tatsächlich schnell gebaut. Ein solides Frontend in fünf Minuten, eine Datenbankstruktur in zwanzig. Die restlichen 20 Prozent, Edge Cases, sauberes State Management, Performance, Fehlerbehandlung, sind oft ein regelrechtes Prompt-Wrestling. Iterationsschritt für Iterationsschritt. Jeder mit Kosten verbunden.

Was LinkedIn-Posts und YouTube-Videos zeigen: den perfekt inszenierten Happy Path. Was sie nicht zeigen: was danach passiert.

80%eines Projekts lassen sich mit Vibe Coding oft in einem Bruchteil der Zeit umsetzen. Die restlichen 20% holen die Zeit meistens wieder rein.
1Prompt zu unscharf formuliert reicht aus um aufgebähten, ineffizienten Code zu erzeugen der im Hintergrund still Ressourcen frisst.
Version 2.0ist der Moment wo viele Vibe-Coding-Projekte in echte Schwierigkeiten geraten: wenn Features hinzukommen und Datenbankmigrationen nötig werden.
Erkennst du das?

Drei Zeichen dass Vibe Coding gerade zum Problem wird.

Diese Situationen kennen wir aus fast jedem Vibe-Coding-Projekt das in Schwierigkeiten gerät.

Niemand versteht den eigenen Code

Der Code läuft. Niemand hat ihn wirklich durchdrungen. Solange alles funktioniert ist das kein Problem. Beim ersten ernsthaften Bug in der Produktion wird es zum Alptraum, auch für erfahrene Entwickler. Es ist wie ein Haus fertigbauen das jemand anderes angefangen hat, ohne Baupläne.

Das Ergebnis: Debugging wird zum Ratespiel. Jede Änderung kann etwas anderes kaputt machen.

Die Integration in bestehende Systeme hakt

KI ist fantastisch darin in sich geschlossenen Code zu bauen. Bei der Integration in bestehende Systemlandschaften verliert sie oft den roten Faden. Systemübergreifende Architektur, Skalierbarkeit, komplexes Datenbankzusammenspiel: hier fehlt die Vogelperspektive.

Das Ergebnis: Was isoliert perfekt lief funktioniert im echten Kontext nicht mehr.

Die Token-Kosten wachsen unkontrolliert

Eine erste App ist schnell gebaut und die Kosten halten sich im Rahmen. Sobald die letzten 20 Prozent umgesetzt werden sollen, wird jeder Iterationsschritt bezahlt. Mehrere Runden Prompt-Wrestling für einen Edge Case summiert sich schnell.

Das Ergebnis: Projekte die günstig anfangen werden teurer als erwartet wenn die Komplexität steigt.

Der typische Fehler

Warum scheitern so viele Vibe-Coding-Projekte nach dem Launch?

Der häufigste Fehler: Vibe Coding als Ersatz für technisches Verständnis behandeln statt als Werkzeug das technisches Verständnis verstärkt.

Garbage in, Bullshit out. Schwammige Anweisungen führen zu ineffizientem, aufgebähtem Code der im Hintergrund Ressourcen frisst. Wer selbst einmal Software gebaut hat weiß worauf es ankommt und kann präziser prompten. Wer das nicht kann bekommt Code der funktioniert, aber auf eine Art die niemand erwartet hat.

Dazu kommt die Wartungsfalle. Wenn Version 2.0 kommt und Features ergänzt werden sollen, wenn sich das Datenmodell ändert und Migrationen nötig werden, wenn etwas in der Produktion abbricht: dann zeigt sich ob das Fundament trägt. Datenbankmigrationen sauber in Produktion zu bekommen ist selbst für erfahrene Entwickler eine echte Herausforderung. Für Code den niemand vollständig versteht ist es ein Alptraum.

Und dann sind da noch Datensicherheit und Stabilität im Produktivbetrieb. Themen die im Happy-Path-Video nicht vorkommen.

Die andere Perspektive

Für wen eignet sich Vibe Coding wirklich?

Vibe Coding ist ein außergewöhnliches Werkzeug. Aber kein Ersatz für Architekturdenken, sondern ein Beschleuniger für Menschen die es mitbringen.

Wer selbst programmieren kann nutzt Vibe Coding um schneller zu bauen was er sonst langsam gebaut hätte. Wer nicht programmieren kann nutzt es um Dinge zu bauen die er sonst nicht hätte bauen können. Beides ist legitim. Aber der zweite Fall braucht mehr Vorsicht.

Für Prototypen, interne Tools, Proof of Concepts: hervorragend. Für produktive Systeme die skalieren, gewartet und weiterentwickelt werden müssen: nur mit dem richtigen Fundament darunter.

Die Vogelperspektive fehlt der KI. Sie baut gut was man ihr sagt. Aber sie sieht nicht das Gesamtbild. Wer das Gesamtbild hat kann Vibe Coding als das nutzen was es ist: ein mächtiges Werkzeug in den richtigen Händen.

Aus der Praxis

Schnell gebaut. Langsam bereut.

Ein Team baut mit Vibe Coding in zwei Wochen einen internen Prozess nach. Sieht gut aus, läuft stabil. Drei Monate später soll eine neue Funktion hinzukommen. Das Datenmodell muss angepasst werden. Niemand im Team hat den Code wirklich durchdrungen.

Was folgt: Tage Debugging, unerlärliche Seiteneffekte, ein Entwickler der von vorne anfangen will. Das Projekt das in zwei Wochen gebaut wurde braucht vier Wochen zur Reparatur.

  • Kein Verständnis des Codes hinterlassen
  • Datenbankstruktur nicht dokumentiert
  • Keine Tests, keine Fehlerbehandlung für Edge Cases
  • Erste Erweiterung bricht unerwartete Teile des Systems
  • Token-Kosten durch wiederholtes Prompt-Wrestling explodiert
  • Stabilitätsprobleme in der Produktion aufgetaucht
Vibe Coding ist wie ein Turbo. Wer weiß wie man fährt, kommt schneller ans Ziel. Wer es nicht weiß, kommt schneller gegen die Wand.
Häufige Fragen

Was ihr uns zu Vibe Coding meistens fragt.

Nicht zwingend, aber es hilft enorm. Wer Softwareentwicklung versteht kann präziser prompten, Probleme früher erkennen und den generierten Code besser einschätzen. Ohne dieses Hintergrundwissen sind die Ergebnisse oft trotzdem beeindruckend, aber die Risiken werden unterschätzt.

Bei Systemen die skalieren müssen, sensible Daten verarbeiten, komplex mit anderen Systemen integriert sind oder langfristig gewartet werden. Nicht weil Vibe Coding dort prinzipiell unmöglich ist, sondern weil die Anforderungen an Architektur und Verständnis dann deutlich steigen.

Die ersten Ergebnisse sind oft überraschend günstig. Die letzten 20 Prozent, Edge Cases, Performance, saubere Integration, können token-intensiv und zeitaufwendig werden. Dazu kommen laufende Kosten wenn das System weiterentwickelt wird.

Ja, und das ist oft die beste Strategie. Vibe Coding für schnelle Iterationen und erste Versionen, klassische Entwicklung für kritische Architekturentscheidungen, Datenbankdesign und alles was langfristig gewartet werden muss.

VIBE CODING KANN MÄCHTIG SEIN. MIT DEM RICHTIGEN FUNDAMENT DARUNTER.

Wenn ihr wissen wollt ob euer Vibe-Coding-Projekt auf einem soliden Fundament steht oder wo die Risiken liegen, redet mit uns.

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