
Ein Digitalisierungsberater soll Prozesse und Systeme in deinem Unternehmen digital machen. In der Praxis heißt das oft: Workshops, Konzepte, Folien. Was die meisten eigentlich suchen, ist jemand, der Schnittstellen baut, Abläufe automatisiert und KI dort einsetzt, wo sie hilft. Also einen Macher.
Bevor du jemanden holst, lohnt sich ein ehrlicher Blick darauf, was du eigentlich brauchst. Und was du am Ende bekommst.
Die zwei Typen von Menschen, die das lesen.
Wer gerade nach einem Digitalisierungsberater sucht, ist meistens einer von zwei Typen.
Typ 1: Du weißt, dass sich etwas ändern muss, aber vielleicht noch nicht genau, was. Die Prozesse hängen, die Systeme reden nicht miteinander, das Team arbeitet an der Kapazitätsgrenze. Irgendetwas stimmt nicht. Du kannst es vielleicht benennen, aber noch nicht lösen. Zu viele Meinungen, zu wenig Klarheit, und irgendwo da draußen soll jemand sein, der das versteht.
Typ 2: Du weißt genau, was du umsetzen willst. Die Richtung ist klar, die Idee steht. Was fehlt, sind Menschen, die es umsetzen. Intern nicht vorhanden oder gerade keine Kapazität, extern bisher nicht gefunden.
Beides ist legitim. Und für beides gibt es eine Menge Angebote da draußen. Für beide gilt aber dasselbe: Du brauchst keinen, der das Problem noch einmal analysiert. Du brauchst jemanden, der anfängt und an einer Lösung arbeitet.
Was du suchst. Und was du oft kriegst.
Du suchst jemanden, der wirklich versteht, was genau kaputt ist, der klar sagt, was er denkt, und der anfängt. Am besten direkt morgen.
Was du oft kriegst: Erstmal einen Strategieworkshop. Dann vielleicht noch einen zweiten, weil nicht alle Stakeholder an Bord waren. Dann ein Dokument mit Best Practices und Beobachtungen. Danach eine Präsentation mit Handlungsempfehlungen für Dinge, die intern alle schon wussten. Und dann ein Angebot für Phase zwei.
Das ist keine Bosheit. Das ist ehrlicherweise das Modell. Wer nach Stunden bezahlt wird, hat (logisch) keinen Anreiz, schneller fertig zu werden. Berater haben deshalb in der Regel das Ziel, dass ein Auftrag möglichst lange läuft, statt möglichst schnell erledigt zu sein.
Berater vs. Macher. Der Unterschied in der Praxis.
- Der Berater macht Strategieworkshops.
Der Macher macht die Motorhaube auf, sagt ehrlich, was er denkt, und schlägt vor, morgen mit dem dringendsten Punkt anzufangen. - Der Berater liefert eine PowerPoint mit Best Practices.
Der Macher baut dir schon morgen eine Lösung, damit die Leute endlich wieder vernünftig arbeiten können. Weil er weiß, wo der Schuh drückt. - Der Berater nickt Ideen ab, um das Mandat zu verlängern.
Der Macher legt den Finger in die Wunde, stellt auch mal unangenehme Fragen und sagt dir, wenn die aktuelle Softwarearchitektur schlichtweg Schrott ist. Das tut manchmal weh. Aber es ist lösungsorientiert und gut gemeint. - Der Berater analysiert, spricht mit allen, malt schicke Folien und liefert eine Handlungsempfehlung ab.
Der Macher hat schon etwas gebaut, bevor der Berater die erste Folie malt.
Wo Digitalisierung im Alltag wirklich hängt.
Digitalisierung klingt nach Strategie. Im Alltag sind es meistens drei Baustellen: Systeme, die nicht miteinander reden. Arbeit, die ein Mensch von Hand macht, obwohl sie eine Maschine machen kann. Und KI, über die alle reden, die aber kaum jemand sinnvoll nutzt.
Ein Digitalisierungsberater, der hier nicht selbst Hand anlegt, bleibt bei der Folie. Genau an diesen drei Stellen trennt sich, wer redet und wer baut.
Schnittstellen: Wenn Systeme nicht miteinander reden
CRM, ERP, Shop, Buchhaltung. Jedes System läuft für sich. Dazwischen sitzt jemand und tippt Daten von links nach rechts. Oder ein CSV-Export wandert jeden Montag hin und her. Das kostet nicht nur Zeit. Es produziert Tippfehler und Dubletten, und irgendwann vertraut keiner mehr den Zahlen.
Ein Macher fragt nicht nach deiner Schnittstellen-Strategie. Er schaut, welche Daten wohin müssen, und baut die Verbindung. Per API, über Middleware oder mit einem Workflow-Tool wie n8n. Hauptsache, es läuft stabil und jemand bei euch kann es warten.
Typischer Fall: Das ERP redet mit nichts. Aufträge kommen per Mail, werden abgetippt, und der Vertrieb sieht im CRM nicht, was der Kunde zuletzt bestellt hat. Die Lösung ist selten ein neues System. Meistens reicht eine saubere Verbindung zwischen denen, die schon da sind.
Automatisierung: Wenn Menschen Maschinenarbeit machen
Rechnungen abtippen, Anfragen weiterleiten, Reports zusammenkopieren, Statusmails schreiben. Alles Aufgaben, die jeden Tag wiederkommen und immer gleich laufen. Genau die gehören automatisiert.
Der häufigste Fehler: Es wird automatisiert, was gerade auffällt, nicht was am meisten kostet. Oder der Prozess wird eins zu eins automatisiert, mit allen Umwegen. Dann läuft der schlechte Prozess nur schneller. Erst aufräumen, dann automatisieren.
Und klein anfangen. Ein Ablauf, der in zwei Wochen live ist, schlägt das Großprojekt, das nie fertig wird. Wenn der erste läuft, siehst du, was der zweite sein muss. Warum der Prozess vor der Software kommt, steht in unserem Beitrag zur Digitalisierung im KMU.
KI: Wenn alle drüber reden und keiner sie nutzt
KI ist in jedem Meeting Thema. Trotzdem schreiben die meisten Teams damit bestenfalls E-Mails. Das liegt selten an der Technik. Es fehlen saubere Daten, verbundene Systeme und ein klarer Anwendungsfall.
Deshalb kommt KI bei uns nicht zuerst, sondern zuletzt. Wenn die Daten fließen und die Routine automatisiert ist, wird KI vom Spielzeug zum Werkzeug. Dann sortiert sie Anfragen, fasst Tickets zusammen, findet Dubletten oder schreibt den ersten Entwurf.
Wer mit der KI-Strategie anfängt, bevor die Schnittstellen stehen, baut das Dach vor dem Fundament.
Warum das gerade jetzt wichtiger ist als je zuvor.
Mit KI ist Zeit nochmal kritischer geworden. Alles passiert schneller. Wer heute nicht anfängt, schaut morgen zu, wie andere schon drei Schritte weiter sind.
Monatelange Analysephasen waren schon immer teuer. Heute sind sie auch noch gefährlich. Morgen starten, übermorgen validieren: Das macht den Unterschied. Nicht, weil du unüberlegt handeln sollst, sondern weil Klarheit durch Tun entsteht, nicht durch Folien. In der Praxis findest du außerdem oft Dinge, die in keinem Konzept stehen. Du fängst schneller an, die richtigen Dinge zu tun.
Während andere noch das Handbuch lesen, hat der Macher schon den Schraubenschlüssel in der Hand.
Wann brauchst du welchen?
Ehrlich gesagt: Es gibt Situationen, in denen klassische Beratung sinnvoll ist. Wenn ein Unternehmen wirklich nicht weiß, wo es steht. Wenn komplexe Stakeholder-Landschaften aligned werden müssen. Wenn externe Validierung intern politisch notwendig ist, damit ein Dritter die Annahme bestätigt. Oder weil sich intern niemand traut, es auszusprechen.
Aber das sind Ausnahmen, nicht die Regel.
Wer konkrete Ideen hat und jemanden sucht, der umsetzt: Macher.
Wer weiß, dass etwas kaputt ist, und jemanden sucht, der ehrlich sagt, was: Macher.
Wer einen Schuldigen für die nächste Entscheidung braucht: Berater.
Woran du einen guten Digitalisierungsberater erkennst.
Egal, wie er sich nennt: Diese Punkte trennen Macher von Folienmalern. Geh sie im ersten Gespräch durch.
- Er fragt nach deinem Problem, nicht nach dem Budget für die Analysephase.
- Er sagt dir nach dem ersten Gespräch, wo er anfängt und warum.
- Er baut Schnittstellen, Automatisierungen und KI-Lösungen selbst oder hat die Leute dafür im Team. Nicht nur einen Partner, an den er weiterreicht.
- Er liefert in Wochen etwas, das läuft, nicht in Monaten ein Konzept.
- Er sagt dir auch, was du nicht brauchst. Zum Beispiel das nächste Tool.
- Er hinterlässt etwas, das dein Team selbst bedienen kann, statt dich abhängig zu machen.
Was einen Macher ausmacht.
Nicht das Werkzeug. Nicht die Methode. Die Haltung.
Ein Macher misst sich am Ergebnis, nicht am Output. Nicht an der Anzahl der Folien, nicht an abgehakten Meilensteinen und nicht am Abschlussbericht. Sondern daran, ob es danach besser läuft.
Ein Macher sagt, was er denkt. Auch wenn es unbequem ist. Auch wenn die Architektur nicht optimal ist. Auch wenn die Idee des Geschäftsführers nicht funktioniert. Wer das nicht sagt, optimiert für das eigene Mandat, nicht für das Ergebnis.
Ein Macher fängt an. Schnell, mit dem, was da ist, und justiert unterwegs. Nicht, weil er unvorbereitet ist, sondern weil er weiß, dass echte Erkenntnisse beim Machen entstehen und nicht in der Theorie.
Digitalisierungsberater gibt es wirklich viele.
Wer aber die Motorhaube aufmacht, ehrlich sagt, was Sache ist, und morgen anfängt, Systeme zu verbinden und Arbeit zu automatisieren: Das ist eine andere Geschichte. Und genau das brauchen Unternehmen gerade.
Wir sind Macher aus Überzeugung. Wie wir das angehen, steht in unserem Playbook.
— Robert
